Zahlen, Daten und Fakten
Prävention und Rehabilitation: Entscheidend ist der Zugang
„Alle Bemühungen, gesundheitliche Risiken möglichst frühzeitig zu erkennen und durch Prävention und Rehabilitation zum Erhalt der Gesundheit beizutragen, sind von großer Bedeutung.“ Die Alterssicherungskommission hat Empfehlungen vorgelegt, die unter anderem darauf zielen, längere Erwerbsphasen zu ermöglichen. Hierfür betont sie die Bedeutung von Prävention und Rehabilitation: „Das Prinzip Prävention vor Reha vor Rente muss weiterhin gestärkt werden.“
Ein längeres und gesünderes Arbeiten kann gelingen, wenn Menschen mit gesundheitlichem Unterstützungsbedarf frühzeitig erreicht werden und die passende Unterstützung durch Prävention und Rehabilitation erhalten.
Prävention und Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung sind Antragsleistungen. Versicherte müssen sich also bewusst für eine Leistung entscheiden.
Ist dieser Zugang gelungen, funktionieren die Verfahren effizient und verlässlich. Über einen Großteil der Reha-Anträge entscheidet die Rentenversicherung und das überwiegend zügig und positiv.
- Der Teilhabeverfahrensbericht der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) macht die Größenordnung deutlich: 2024 wurden bei allen Rehabilitationsträgern rund 3,2 Millionen Neuanträge auf Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe gestellt. Mehr als die Hälfte entfiel davon auf die Rentenversicherung.
- 81% der Anträge werden vollständig oder teilweise bewilligt.
- Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bewilligter Anträge konnte gegenüber 2023 von 19,7 auf 17,2 Tage reduziert werden. Damit liegt sie deutlich unter dem Durchschnitt über alle Rehabilitationsträger (24,3 Tage) und klar innerhalb der gesetzlichen Fristen.
- Durch digitale Lösungen und vereinfachte Antragswege werden die bestehenden Abläufe kontinuierlich verbessert.
Die Verfahren sind bereits heute leistungsfähig. Die entscheidende Frage ist aber auch, ob Menschen mit Unterstützungsbedarf überhaupt den Weg in das Reha-System finden. Denn nicht alle Versicherten erkennen rechtzeitig, dass Prävention oder Rehabilitation sie dabei unterstützen können, ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten. Insbesondere für Menschen mit niedrigem sozioökomischen Status oder mit Migrationshintergrund sind die bestehenden Zugangswege teilweise weniger passgenau.
Das Problem: Wer Unterstützung besonders benötigt, wird mitunter nicht erreicht.
Strategisch und evidenzbasiert: Neue Ansätze für eine bessere Versorgung
Genau hier setzt die Deutsche Rentenversicherung an. Im „Strategiepapier zur Weiterentwicklung von Prävention und Rehabilitation“ ist der Zugang ausdrücklich als eines von fünf zentralen Handlungsfeldern verankert. Als gemeinsames Zielbild wurde festgelegt, dass der Zugang einfacher, individueller, barriere- und diskriminierungsfrei gestaltet und um neue, proaktive Zugangswege ergänzt werden soll.
Die Deutsche Rentenversicherung entwickelt deshalb neue und evidenzbasierte Ansätze, um Unterstützungsbedarf früher zu erkennen und passende Leistungen zum richtigen Zeitpunkt anzubieten. Zwei Beispiele:
- Mit dem Ü45-Screening stellt die Deutsche Rentenversicherung ein kostenloses digitales Angebot zur Verfügung, das Menschen bei der Selbsteinschätzung möglicher Teilhabebedarfe unterstützt. Der Kurzfragebogen hilft Versicherten dabei, gesundheitliche und berufliche Belastungen strukturiert einzuschätzen und mögliche Unterstützungsbedarfe frühzeitig sichtbar zu machen.
- Ein weiterer Ansatz setzt auf proaktive Ansprache: Grundlage ist ein aktuell bundesweit eingeführtes datenbasiertes Verfahren auf Basis des „Risikoindex Erwerbsminderungsrente“. Anhand von Routinedaten können Versicherte mit erhöhtem statistischem Risiko für eine Erwerbsminderung erkannt und gezielt über passende Unterstützungsangebote informiert und beraten werden.
Neue Zugangswege entstehen nicht am Reißbrett. Die Deutsche Rentenversicherung hat dafür einen besonderen Innovationshebel: Sie kann Forschung gezielt fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse in neue Ansätze für Prävention und Rehabilitation übersetzen. Auch das Ü45-Screening und Ansätze zur proaktiven Ansprache wurden zunächst in Studien entwickelt, in Modellprojekten erprobt und in Pilotierungen unter Praxisbedingungen weiter optimiert. So wird aus Forschung konkrete Weiterentwicklung.
Quelle: Reha-Wissenschaften, DRV Bund - KI-generiert