Rehabilitation wirkt – aber sie kann noch mehr
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Rehabilitation trägt wesentlich dazu bei, die Gesundheit, die Unabhängigkeit und die Lebensqualität von Menschen, die unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden, zu verbessern und ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu unterstützen.
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Die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen: Die Mehrheit ist zwei Jahre nach einer Rehabilitation weiter erwerbsfähig: 8 von 10 Menschen, die in 2021 eine medizinische Rehabilitation genutzt hatten, standen auch 24 Monate danach dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.
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Rund ein Zehntel ging im Anschluss in eine Rente wegen Erwerbsminderung.
- Das bedeutet: Der Großteil geht nach einer medizinischen Rehabilitation wieder zurück in Arbeit. Aber ein zusätzliches Potenzial besteht bei denen, die zwar erwerbsfähig sind, jedoch bislang nicht die Rückkehr in Arbeit geschafft haben. Das Fallmanagement ist ein Angebot der Deutschen Rentenversicherung, um diese Menschen zu unterstützen.
Zwischen Rehabilitation und Rückkehr in Arbeit
Die erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung nach einer Rehabilitation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Rentenversicherung. Nimmt man alle Reha-Leistungen eines Kalenderjahres (hier: 2016 bzw. 2017), so zeigt sich, dass ein Jahr nach einer medizinischen Rehabilitation je nach Indikation zwischen rund 50 % und 70 % der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden wieder in einer stabilen Beschäftigung waren. Als „stabil beschäftigt“ gilt, wer ein Jahr nach der Rehabilitation mindestens drei Monate durchgehend sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist – ein eher strenges Kriterium, das etwas darüber aussagt, wie nachhaltig unsere Leistungen wirken.
Die Analysen zeigen: Viele Menschen schaffen nach der Rehabilitation den Wiedereinstieg und den längerfristigen Verbleib im Arbeitsleben – zugleich wird deutlich, dass es einige Gruppen nicht durchgängig schaffen. Das Fallmanagement der Deutschen Rentenversicherung (DRV) wird hier einen zentralen Platz einnehmen.
Quelle: DRV Reha-Statistik-Datenbank
Hinweis: Quote der stabilen Beschäftigung ein Jahr nach Teilnahme an einer medizinischen Rehabilitation. Die Abbildung zeigt Rehabilitandinnen und Rehabilitanden mit abgeschlossener Rehabilitation im Jahr 2017 bzw. 2016
Ergebnis: Je nach Erkrankung sind nach einem Jahr zwischen 50 und 70 Prozent wieder stabil beschäftigt.
Neue Perspektiven nach der Reha: Das Fallmanagement der Rentenversicherung
Rehabilitationsleistungen der Deutschen Rentenversicherung haben das Ziel, die berufliche Teilhabe von Menschen zu sichern, die aufgrund einer chronischen Erkrankung gefährdet sind, aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Dennoch gelingt nicht allen Betroffenen nach einer Rehabilitation die Rückkehr in den Beruf.
Hier setzt das Fallmanagement an: Es unterstützt Menschen gezielt dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und den Weg zurück ins Arbeitsleben zu finden. Der Gesetzgeber hat diese Möglichkeit erkannt und mit dem neuen § 13a SGB VI im Rahmen des Sozialgesetzbuch (SGB) VI-Anpassungsgesetzes (BT-Drucksache 21/1858) geschaffen.
Derzeit wird das Fallmanagement bundesweit bei allen Trägern der Deutschen Rentenversicherung eingeführt. Ziel ist es, künftig noch mehr Menschen auf ihrem Weg zurück in eine nachhaltige Erwerbstätigkeit zu begleiten.
Was heißt das?
- Ein Großteil der Menschen kommt nach einer Rehabilitation trotz chronischer Krankheit wieder in Arbeit. Das ist ein großer Erfolg und ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung sowie zur Stärkung der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland.
- Allerdings gibt es Gruppen, die trotz positiver Erwerbsprognose nicht den Weg in Arbeit schaffen.
- Studien zeigen: Häufig scheitert es an Dingen, die gar nicht mit der Erkrankung zu tun haben. Menschen wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Sie haben Ängste mit ihren Arbeitgebern über ihre Rückkehr zu sprechen. Oder sie trauen es sich einfach nicht zu.
- Hier kann eine professionelle Begleitung sehr wichtig sein, um auch diese Menschen wieder in Arbeit zu bringen und unsere Rehabilitation noch wirksamer zu machen.
- Das wird aktuell durch den Aufbau eines Fallmanagements in der Deutschen Rentenversicherung realisiert.
Und wie läuft ein Fallmanagement dann ab?
- Eine Fallmanagerin bzw. ein Fallmanager erhebt im Erstgespräch all die Dinge, die im Zuge der beruflichen Wiedereingliederung hemmend wirken könnten wie etwa eine finanzielle Belastung, weitere gesundheitliche Probleme, Schwierigkeiten und Konflikte am Arbeitsplatz.
- Gemeinsam mit der betroffenen Person wird ein Plan erarbeitet, der diese Hemmnisse adressieren und abbauen kann.
- Die Fallmanagerin bzw. der Fallmanager unterstützt die Person bei der Umsetzung des Plans und organisiert hierfür notwendige Kontakte zu anderen Versorgungssystemen wie anderen Reha-Trägern, Angeboten im Sozialraum oder auch den Arbeitgeber.
- Im Ergebnis kann die Person ihre Arbeit auch dank der Begleitung im Fallmanagement wieder nachhaltig aufnehmen.
Wissenschaftliche Fundierung des Fallmanagements dank des Bundesprogramms rehapro
Im Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wurden verschiedene Ansätze eines Fallmanagements im Rahmen von Modellprojekten erfolgreich erprobt. Daraus resultierte mit dem § 13a SGB VI eine neue gesetzliche Regelung, die der Rentenversicherung die Möglichkeit der Durchführung und Finanzierung eines Fallmanagements im Rahmen ihrer Reha-Prozesse einräumt.
Weitere Informationen auf der Webseite der DRV zum Bundesprogramm rehapro
Wie geht es weiter?
- Die Rentenversicherung hat die gesetzliche Regelung zum Fallmanagement in einem Rahmenkonzept konkretisiert.
- Nun folgt ein bundesweiter Rollout in einer mehrjährigen Implementierungsphase. Dies wird zentral in einer eigens hierfür eingesetzten Projektgruppe koordiniert.
- Unser Ziel ist eine qualitativ hochwertige Versorgung für alle Versicherten und einheitliche Vorgaben für unsere Partner wie Reha-Einrichtungen und andere Anbieter.
- Und noch ein Ausblick: Das Ganze wird auch evaluiert. Ab 2028 ist eine umfassende externe Bewertung der Implementierung des Fallmanagements geplant.